Der rote Faden

Letzte Woche hatte ich mich daran gemacht, den Begriff „Kultur“ auseinander zu nehmen, zu sezieren und damit zu definieren. Einfach einmal schauen, was sich alles hinter „Kultur“ verbirgt und was man so ganz allgemein darunter versteht. Es ist ja ein ziemlich weiter Begriff, der auf verschiedene Arten und Weisen interpretiert werden kann. Mir ist aber bewusst, dass ich mich für meine Arbeit nicht mit dem ganzen Spektrum „Kultur“ befassen kann. Ich bin gezwungen, den Begriff einzugrenzen, damit ich mich nicht in dessen Weite verliere. Zudem sollte der Begriff ja auch noch in den Kontext mit meinem Referats-Thema gestellt werden. Hier geht es ja um die Netzkultur. Im Buch „Die Internet-Galaxie“ von Manuel Castells steht, dass die „Internet-Kultur“ die Kultur der Schöpfer des Internets sei. Diese Schöpfer nennt er Produzenten/User, da diese Gruppe massgeblich an der Entstehung und Verbreitung des Internets beteiligt war. Die anderen nennt er Konsumenten/User. Sie sind hauptsächlich die Empfänger von Anwendungen und Systemen, obwohl sie durch die Benutzung des Inernets grossen Einfluss auf die Entwicklung des Systems ausübten. Zudem charakterisiert Castells die Internet-Kultur durch eine vierschichtige Struktur: die techno-meritokratische Kultur (gemeinsames wissenschaftliches Bestreben, das technologische System des Internets – Betriebssystem/Computerkommunikationssystem – fortlaufend zu verbessern). Die Hacker-Kultur (Hacker verbinden das aus der techno-meritokratischen Kultur stammende Wissen mit den unternehmerischen Nebeneffekten, die zur Ausarbeitung des Internets in die Gesellschaft geführt haben). Die virtuelle kommunikative Kultur (macht das Internet zu einem Medium selektiver sozialer Interaktion und der symbolischen Zugehörigkeit). Die unternehmerische Kultur funktioniert auf der Grundlage der Hacker-Kultur und der kommunitären Kultur. Internetpraktiken werden über den Weg des Geldverdienens in alle Bereiche der Gesellschaft verbreitet. Diese Kulturen tragen gemeinsam zur Ideologie der Freiheit bei, die in der Internet-Welt so verbreitet ist. Diese Exkursionen in die Welt der Netzkultur/Internetkultur/Cyberkultur sind der interessant und das Erfahrene lässt sich bestimmt auch da und dort in mein Referat einstreuen. Ich habe nun aber gemerkt, dass ich mich weniger mit Techno-Eliten, Hackern oder virtuellen Gemeinschaften beschäftigen möchte, sondern mich auf die „künstlerischen Lebensäusserungen einer Gesellschaft“, der Internetgesellschaft konzentrieren möchte, denn bei meinen Recherchen bin ich im Zusammenhang mit Netzkultur auch immer wieder auf den Begriff der Netzkunst gestossen. Über alle diese verschiedenen „virtual communities“ hört man schliesslich immer wieder etwas, unter anderem auch in einigen der Referate in unserer Klasse. Somit wäre die Netzkunst im Sinne der Netzkultur mein roter Faden durch das Thema.

1 Kommentar

  1. carlaproject sagte,

    April 6, 2008 um 7:05

    Zu Castells Aussagen über Produzenten und Konsumenten vom/im Internet kann angefügt werden, dass sich seit den letzten paar Jahren die beiden Usergruppen immer mehr annähern. Oder eher so gesagt, die bisherigen Nur-Konsumenten werden immer mehr auch zu Produzenten, was natürlich Auswirkungen auf die Netzkultur hat. Nur, wird sie vielfältiger? Wird sie einheitlicher? Denke ich zunächst an Kultur und Kunst, dann sage ich sicher vielfältiger. Auf der anderen Seite ist auch in der Kunst nicht jeder ein Individualist und so ergibt eine grosse Masse auch mehr Gleichheit..


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